So bekommst du deine Finanzen in den Griff

23. Februar 2016

11 Kommentare

Kennst du das?

Das Monatsende ist noch lange nicht abzusehen, auf deinem Konto hingegen ist der Boden schon lange sichtbar?

Dann habe ich zwei Nachrichten für dich.

Die Schlechte: In diesem Monat ist das Geld weg, es wird nicht wiederkommen.

Die Gute: Für den nächsten Monat bist du auf einem guten Weg, denn du hast dein Problem erkannt und suchst nach Lösungen.

In diesem Beitrag wirst du fünf Schritte kennenlernen um deine Finanzen in den Griff zu bekommen.

So bekommst du deine Finanzen in den Griff

Verschaffe dir einen Überblick

Der Hauptgrund warum die Finanzen aus dem Ruder laufen ist sicherlich der mangelnde Überblick. Wir alle kennen Beispiele (sei es privat oder aus dem Fernsehen) in denen Menschen den kompletten Überblick über ihre Finanzen verloren haben. Rechnungen werden einfach weggeworfen oder in einer großen Kiste gemeinsam mit den anderen verstaut. Das Girokonto wird einfach ausgereizt, so lange bis an der Kasse die rote Lampe aufleuchtet und dies der letzte Einkauf für den Monat war. Die Finanzen sind ein einziges Chaos. Versicherungen, Einnahmen, Ausgaben, Daueraufträge, Vermögen – Error…

Auch wenn es bei dir vielleicht nicht ganz so schlimm ist, hilft ein bisschen mehr Ordnung in deinen Finanzen trotzdem. Du brauchst jede Menge Disziplin und musst darauf eingestellt sein, dass dich immer wieder neue Rückschläge ereilen.

In dieser Zeit ist es wichtig, das Ziel vor Augen zu behalten. Du willst nicht nur einfach deine Finanzen kontrollieren, du willst verhindern, dass deine Finanzen dich kontrollieren. Du willst die Kontrolle über dein Leben zurückgewinnen. Ein bisschen Geld auf der hohen Kante bedeutet Freiheit und die wollen wir wieder zurückbekommen.

Schulden abbezahlen

Dieser Punkt trifft sicher nicht auf jeden zu, solltest du allerdings zu denen gehören, die Schulden haben, ist es jetzt an der Zeit diesen Punkt anzugehen. Nachdem du bereits Ordnung in deinen Finanzen hast, hast du auch einen Überblick über deine Schulden. Versuche realistisch zu bewerten, wie lange du brauchst um deine Schulden zu tilgen und vor allem, ob es überhaupt möglich ist. Ist der Berg für dich zu groß, kann unter Umständen ein Weg zur Schuldnerberatung und im schlimmsten Fall die Privatinsolvenz eine Lösung sein.

Aber nicht immer kommt es so weit. Oft können die Schulden innerhalb kurzer Zeit von ein oder zwei Jahren getilgt werden. Wenn möglich ist es sinnvoll umzuschulden und aus vielen kleinen Krediten mit unterschiedlichen Bedingungen, Laufzeiten usw. einen oder zwei große Brocken zu machen. Dies ist aber leider nicht immer möglich.

Wenn es bei den vielen kleinen Krediten bleibt, erstelle dir eine Liste mit:

  • Name
  • Restbetrag
  • minimaler Rückzahlung pro Monat
  • Zinssatz.

Entwickle anschließend einen Schlachtplan bei dem zuerst die Kredite mit den höchsten Zinsen getilgt werden. Dispozinsen auf 1.000 Euro Überziehungskredit können mal eben 150 Euro im Jahr und mehr werden, die regelmäßig für die Tilgung anderer Kredite fehlen. Erst nachdem ein solcher Brocken getilgt ist, solltest du den Fokus auf die Kredite mit geringeren Zinsen legen. (Der monatliche Mindestbetrag sollte natürlich trotzdem gezahlt werden)

Auch wenn Investieren und Sparen Spaß machen kann, macht es keinen Sinn Geld anzulegen während auf der anderen Seite noch ein großer Kreditberg schlummert. Sicher gibt es Ausnahmen von dieser Regel wenn die Schulden kalkuliert sind (zum Beispiel für vermietete Immobilien). Es gilt aber immer, dass zuerst die Konsumschulden getilgt werden bevor investiert werden kann.

Notgroschen aufbauen

Der perfekte Zeitpunkt zum Aufbau eines Notfall-Kontos ist schwer zu pauschalisieren. Irgendwann kommt aber der Punkt an dem zumindest ein oder zwei Tausend Euro als Reserve auf einem Tagesgeldkonto liegen sollten um unvorhergesehene Ereignisse abzufedern. Wann dieser perfekte Zeitpunkt ist kannst du nur selbst bestimmen. Aber auch hier gilt: Es macht keinen Sin

n, das Geld auf dem Tagesgeld anzusparen während der Dispo noch tiefrot ist.

Automatisiere deine Finanzen

Wenn du deine Finanzen so weit im Griff hast, dass du wieder regelmäßige, monatlich planbare Geldflüsse hast, (Auch eine regelmäßige Tilgung kann unter Kontrolle sein) dann ist es an der Zeit deine Finanzen zu automatisieren. Mit dem monatlichen Geldeingang wird ein Automatismus gestartet, bei dem du dein Geld in verschiedene Kategorien aufteilst. Eine dieser Kategorien darf auch der Punkt Freizeit/Spaß sein bei dem du ohne schlechtes Gewissen das gesamte dafür vorgesehene Geld ausgeben darfst. Wichtig ist aber auch hierbei Disziplin. Wenn das Budget ausgereizt ist, ist für diesen Monat Schluss!

Ändere deine Gewohnheiten

Wann war der genaue Zeitpunkt an dem du die Kontrolle über deine Finanzen verloren hast? Und noch wichtiger, warum hast du die Kontrolle verloren? Analysiere dich selbstkritisch und versuche dein Verhalten zu ändern. Das ist mit Sicherheit nicht einfach, eine Anpassung der eigenen Gewohnheiten ist nur mit viel Arbeit und Disziplin möglich. Aber ich bin sicher, dass es sich langfristig für dich lohnt. Im Folgenden möchte ich dich auf zwei Artikel verweisen, die dir helfen deine Gewohnheiten und deine Einstellung zum Geld zu ändern und dich motivieren mehr Geld zu sparen.

Welche Tipps hast du, um die Finanzen in den Griff zu bekommen?

Finanzen in den Griff bekommen – So schaffst du es!: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 4,43 von 5 Punkten, basieren auf 7 abgegebenen Stimmen.
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Jens sagt:

Excel, ein hervorragendes Programm um einen Überblick zu schaffen.
Ich habe dies vor etwa 6 Jahren in Angriff genommen, mir einen Überblick geschaffen, die Studienschulden konsequent abgezahlt, das Auto getilgt, zwei unnötige Versicherungen gekündigt. Seit dem lege ich jeden Monat einige Hundert Euro zur Seite und der Blick aufs Depot und die Dividendenaussichten machen einfach Spaß. Mit 60 will ich nämlich aufhören zu arbeiten…

Jan sagt:

Hallo Jens,
klingt nach einem guten und sicher auch realistischen Ziel.
Die Disziplin wird am Ende ausschalggebend sein, wie lange können wir dies durchhalten.

VG

Thomas (finanzgorilla) sagt:

Hey Jan,

tolle Übersicht!

In meinen Augen sind besonders die Punkte „Automatisiere deine Finanzen“ und „Ändere deine Gewohnheiten“ wichtig. Hier legen in meinen Augen viele Menschen einfach viel zu wenig Wert drauf.

Gruß
Thomas

Philipp sagt:

Hallo Jan!

Mein Tipp dazu ist sofort anzufangen. Je früher man damit anfängt, desto früher ist man finanziell frei.

MFG Philipp

Jan sagt:

Definitiv.
Der Zinseszins ist entscheidend.

Karsten sagt:

Das Automatisieren der Finanzen kann durchaus Sinn machen, aber ich denke das man dadurch auch leicht den Überblick verlieren kann.
Durch das Automatisieren macht man sich ja automatisch weniger Gedanken.

Jan sagt:

Hallo Karsten,
man sollte sich die Automatisierung visualisieren damit man nicht den Überblick verliert.
Sinn kann es machen auf einem Din-A4-Blatt alle Gedströme zwischen den Konten aufzumalen.

Alexander sagt:

Hallo Jan,
mit Deinem Schlachtplan bin ich völlig bei Dir. Neulich habe ich aber einen interessanten Gedankgen gelesen: in den USA, sozusagen dem „Heimatland der Konsumschulden“ ist Dave Ramsey (www.daveramsey.com) ein Star. Er hilft dort vielen Menschen, Ihre Schulden loszuwerden. Er empfiehlt seinen Anhängern, nicht mit dem teuersten, sondern dem kleinsten Kredit anzufangen. Grund ist die Motivation: wenn man schnell einige Kredite weg hat, motiviert das und man bleibt am Ball.
Finde ich einen interessanten Gedanken, auch wenn es den Ökonomen in mir ein wenig gruselt 😉

Jan sagt:

Hallo Alex,
die vorgehensweise kenne ich auch. Und sie gruselt mich genau so. Im Idealfall lässt sich vielleicht alles umschulden, das funktioniert aber nur selten da bei vielen verschiedenen Gläubigern die Bonität einfach nicht stimmt.
Ich bleibe dabei, die teuersten Schulden zu erst abzuzahlen. Wenn man Schulden als Summe sieht und nicht als Anzahl der Gläubiger kann das ebenfalls motivierend sein,

VG

Finde die Idee mit den kleinen Beiträgen auch interessant. Wobei in den USA die Normalität von Schulden ja wirklich abnormal ist.
Am ehesten würde ich jedem dazu raten, sich einen Überblick zu verschaffen und einen Tilgungsplan aufzusetzen. Am wichtigsten ist es, keine neuen Schulden zu machen.

Jan sagt:

Hallo,
da hast du leider recht, da steht das Thema Schulden ganz anders im Fokus als bei uns. Und das, obwohl es in den USA eigentlich viel bessere Möglichkeiten gibt, ein Vermögen aufzubauen.
VG

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